Falls Du noch nie bewusst geatmet hast, dann lass uns ganz einfach damit beginnen: Indem Du bewusst Atmest. Verbunden ein und aus. So lernst Du den einfachen Umgang mit Lebensenergie.
In meiner Arbeit helfe ich in erster Linie voll + entspannt zu atmen. Raum und Aufmerksamkeit für Lebensenergie.
Sie beginnt fast immer im selben Jahresbild: Winter. Zusammengezogen, drinnen, vorsichtig.
Hin & durch – das Unbewusste. Manchmal führt der Weg zur Lebensenergie mitten durch das, was Du bisher lieber gemieden hast. Sich dem Unbewussten zu stellen – erzeugt bei manchen Menschen starke Gedanken & Emotionen. Vielleicht hilft es dann sich zu erlauben, ganz ruhig und mit der nötigen Unterstützung an die Sache heran zu gehen.
Entscheidung & Konsequenz. So sehr die Wärme hilft, mehr positive Lebensenergie zu erleben und aufzunehmen – so kostet es doch eine gewisse Überwindungskraft, sich dieser Energie zu öffnen. Das können Ängste oder Vorurteile sein, es kann sein, dass da einfach noch Glaubenssätze blockieren – im einfachsten Fall fehlt die eigene Erfahrung, und das System reagiert erstmal mit Vorsicht. Übertragen auf das Jahresbild ist es vielleicht der Bewegungsmangel, das erst wieder in Gang kommen müssen – so wie man sich im Winter erst wieder aufraffen muss, überhaupt vor die Tür zu gehen.
Mit dem Widerstand atmen & sein. Der Unterschied zum Jahreslauf draußen ist: Wir können den Atem jederzeit nutzen, wir müssen es allerdings auch bewusst wollen. Selbst nach knapp 10 Jahren intensiver Bewusstseinspraxis durch Meditation, Yoga, NLP, Atemtherapie, Feldenkrais und mehr komme ich um den Widerstand und meine eigene Entscheidung – ein bewusstes Ja – nicht drumherum.
Mit mehr Übung wird es immer leichter, freiwilliger und angenehmer, diese Entscheidung zu treffen, konsequent umzusetzen und so immer bewusster den Zustand des “Ja! Dieser Moment & mein Leben – fühlt sich einfach richtig gut an.” einzunehmen.
Ruhig & entspannt. Beim Atmen geht es um Eleganz, ganz ohne Anstrengung oder Druck. Es geht darum, den inneren Raum zu weiten, zu entspannen, zu beleben. Mit vollem und genüsslichem Einatmen den ganzen Körper mit Lebensenergie zu füllen und jeder Zelle diese Kraft aus vollem Herzen zu gönnen. Um sich mit dem Ausatmen das Loslassen zu erlauben – sich von jeder Anstrengung, jeder Verspannung, jeder unnötigen Kraftaufwendung, von all dem Ballast, der sowieso schon lange weg kann und bis zu diesem Moment bloß noch nicht abgeholt wurde, zu befreien.
Einfach machen! Mit dem bewussten verbundenen Atmen zu beginnen kann erstmal ganz achtsam und langsam geschehen. Das ist insbesondere dann gut, wenn sich das Nervensystem im Alltag bereits an übermäßigen Stress und Ängste gewöhnt hat. Ruhig und bedacht, Atemzug um Atemzug – nimm Dir alle Zeit der Welt, um den Atem intensiver werden zu lassen. Anderen Menschen hingegen hilft es, direkt mit kräftigen Atemzügen zu beginnen, um schneller aus dem Kopf zu kommen und das Energielevel zügig anzuheben. Sammel Deine Erfahrung, um für Dich zu entdecken, wann Dir was guttut, um überhaupt einmal anzufangen und reinzukommen.
Das Leben wirkt fröhlicher, lebendiger, unternehmungsfreudiger.
Ja zur Lebensenergie – was im Körper wirklich passiert. Bewusstes, verbundenes Atmen in dieser intensiven Form ist eine Form der willentlichen Überatmung (Hyperventilation). Der landläufige Satz „mehr Atem heißt mehr Sauerstoff, und das bewegt die Gefühle” trifft den Mechanismus nicht ganz: Dein Blut ist im Ruhezustand bereits nahezu vollständig mit Sauerstoff gesättigt, mehr Atemzüge liefern kaum zusätzlichen Sauerstoff. Was sich tatsächlich verändert, ist das Kohlenstoffdioxid im Blut – es sinkt ab (Hypokapnie), und das verschiebt den pH-Wert des Blutes ins basische. Genau das kann das vertraute Kribbeln in Händen und Gesicht oder auch Tetanie-artige Verkrampfungen auslösen – der körperliche Unterbau der intensiven Zustände, die manche mit „mehr Sauerstoff” erklären. Gleichzeitig verschiebt sich darüber die Balance des autonomen Nervensystems – akut überwiegend in Richtung Erregung, auf die später oft eine tiefe Beruhigung folgt: ein Wechselspiel, in dem Gefühle, die sonst eher fest saßen, tatsächlich wieder in Bewegung geraten können.
Diese physiologische Erklärung entwertet die Erfahrung nicht – sie erdet sie nur. Was als „Lebensenergie, die sich Bahn bricht” erlebt wird, hat einen nachvollziehbaren Körperprozess darunter, den unter anderem Stanislav Grof mit dem von ihm entwickelten Holotropen Atmen über Jahrzehnte erforscht und beschrieben hat – mehr dazu in meiner Ressource zu den Geburtsmatrizen.
Eine Anmerkung zur Sicherheit: Intensives verbundenes Atmen ist kein Werkzeug für nebenbei. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Epilepsie, in der Schwangerschaft oder bei schweren psychischen Erkrankungen ist Vorsicht geboten – und generell gilt: nicht allein und ohne Begleitung in intensive Atemzustände gehen, sondern mit jemandem, der den Prozess kennt und halten kann.
Entscheidung & Konsequenz – im Sommer angekommen. Übertragen auf das Jahresbild ist es der Winterspeck, der jemanden zurückhält, sich als Erstes auf der Sommerwiese zu zeigen. Auch im Sommer der Lebensenergie bleibt die Öffnung eine Entscheidung, die sich immer wieder neu trifft.
Bewusst machen. Einmal den anfänglichen Widerstand überwunden – wie auch immer Dein bester Weg aussehen mag, in einen kraftvollen, angenehmen Rhythmus zu kommen – Du gehst ihn wahrscheinlich noch leichter, je liebevoller Du dabei mit Dir umgehst.
Stell Dir das vielleicht vor wie einen Motor, der in Dir dafür sorgt, Lebenskraft zu fördern. Mit welchem Treibstoff läuft dieser Motor? Bei manchen Menschen war es vielleicht ein Müssen, ein Zwingen, ein Nicht-gut-genug-Sein, ein Etwas-erreichen-Müssen … bevor bewusst wurde, wie viel leichter und lebendiger es auch gehen kann. Denn Lebenslust, Lebenskraft und Lebensfreude sind die natürlichen Grundlagen des Lebens. Sie müssen bloß freigelegt werden.
Falls sich bei Dir während des Atmens der eine oder andere Widerstand zeigen sollte – das können unter anderem Gedanken, Gefühle und körperliche Empfindungen sein –, nimmst Du sie liebevoll wahr, lässt ihnen den Raum, den sie bereits eingenommen haben, und schenkst auch ihnen mit Deinem Atem Lebenskraft, damit sie sich ins Positive verändern und sich so lösen können.
Bewusst genießen. Atme in Deinem Rhythmus, in Deiner Lieblingsqualität, bleib weich, bleib neugierig, probier aus, nimm wahr und verlass Dich immer mehr auf den Atem selbst. Werde Dir Deiner Atem- und Lebensqualität bewusst. Und lerne so immer bewusster, aus der Freude und Liebe heraus freiwillig zu agieren. Je öfter Dein System bemerkt, dass der Atem bewusst macht, Blockaden löst, Gefühle befreit, Lebensenergie freisetzt, Vertrauen ins Leben schenkt, Entscheidungs- und Tatkraft bringt – desto einfacher wird es, die innere Wahrnehmung vom Ich-Verstand loszulassen. Von Traumwelten und Erwartungen loszulassen. Und das Leben – für einen guten Moment, der sich immer weiter ausdehnen lässt – rein aus dem Ist heraus zu erleben. Getragen von purem atmenden Bewusstsein im Hier und Jetzt.
Quellen: Stanislav Grof, Begründer des Holotropen Atmens; physiologische Zusammenhänge von Hyperventilation, Hypokapnie und Tetanie; Rolle von Vagusnerv und autonomem Nervensystem bei der Regulation von Erregungszuständen.
Wenn Du diese Reise nicht allein gehen willst: Im AtemDialog begleite ich Dich 1:1.