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Sie macht tiefliegende emotionale und spirituelle Erfahrungen zugänglich.

Einer der Pioniere auf diesem Gebiet ist der Psychiater Stanislav Grof, der mit seinem Konzept der perinatalen Matrizen eine tiefgehende Sicht auf unsere frühesten psychischen Prägungen entwickelt hat. Diese vier Phasen der Geburt, die er als Geburtsmatrizen bezeichnet, spielen in vielen therapeutischen Prozessen eine zentrale Rolle – insbesondere in der Atem- und Körperarbeit wie dem Holotropen Atmen.

In seinen Forschungen beschrieb er vier archetypische Phasen, die mit den psychischen Erfahrungen während der Geburt korrespondieren. Diese vier „perinatalen Matrizen“ können als innere Grundmuster unseres Lebens betrachtet werden und beeinflussen unsere Art, Herausforderungen zu bewältigen, Beziehungen zu führen und unser Dasein zu gestalten.

1. Erste perinatale Matrix (BPM I) – Das Urvertrauen und die Einheit

Diese Phase repräsentiert die Zeit vor der Geburt, wenn das Kind noch in der Gebärmutter schwebt. Es erfährt Sicherheit, Versorgung und ein Gefühl der Verbundenheit mit dem gesamten Universum. Diese Erfahrung kann sich im späteren Leben als Urvertrauen und tiefe spirituelle Verbundenheit ausdrücken – aber auch als Sehnsucht nach einer verlorenen paradiesischen Einheit, falls die Schwangerschaft belastet war.

2. Zweite perinatale Matrix (BPM II) – Das Gefühl der Ausweglosigkeit

Der Geburtsprozess setzt ein, doch der Muttermund ist noch geschlossen. Das Kind erlebt den Druck der Wehen, aber es gibt noch keinen Ausgang. Diese Phase ist geprägt von Gefühlen der Enge, Hoffnungslosigkeit und existenziellen Ängsten. Menschen mit starken Prägungen aus dieser Phase können sich im Leben oft in ausweglosen Situationen wiederfinden, in denen sie sich ohnmächtig und gefangen fühlen.

3. Dritte perinatale Matrix (BPM III) – Der Kampf um das Leben

Der Muttermund öffnet sich, und das Kind beginnt seinen aktiven Kampf um die Geburt. Es erfährt eine Mischung aus Schmerz, Anstrengung, Kampfgeist und Euphorie. Dies kann später zu einer starken Resilienz und einem Gefühl der Selbstermächtigung führen, aber auch zu Mustern von exzessivem Kämpfen oder Selbstsabotage.

4. Vierte perinatale Matrix (BPM IV) – Die Befreiung und das neue Leben

Mit der Geburt durch den Geburtskanal endet der Kampf. Das Kind erlebt Erleichterung, Freiheit, das erste Atmen. Diese Phase kann sich in späteren Lebensphasen als Fähigkeit zur Hingabe, Freude und Neubeginn ausdrücken – oder aber als Angst vor Veränderung und Ungewissheit, falls die Geburt traumatisch war.

Durch Methoden wie das Holotrope Atmen, das er zusammen mit Christina Grof entwickelte, können diese tiefen Muster erneut durchlebt und transformiert werden. Die bewusste Arbeit mit dem Atem ermöglicht es, blockierte Energien zu lösen, unbewusste Prägungen aufzudecken und sich von alten Mustern zu befreien.

Auch andere somatische Methoden, wie Integrative Atemtherapie, Körperarbeit oder Playfight, können ähnliche Bewusstseinsräume öffnen und den Zugang zu diesen tiefen Schichten ermöglichen.

  • Alte emotionale Muster erkennen und lösen

  • Mehr Klarheit über Verhalten und Reaktionsmuster

  • Traumatische Prägungen transformieren

In einer Zeit, in der viele Menschen nach tiefer Selbsterkenntnis und Heilung suchen, bietet die Arbeit mit den Geburtsmatrizen einen kraftvollen Weg, um mit frühesten Erfahrungen zu arbeiten – um Freiheit, Lebendigkeit und Bewusstsein zu erfahren.

Später wurde es vor allem im von ihm mitentwickelten Holotropen Atmen weitergeführt. Es ist eine faszinierende, klinisch beobachtete Landkarte wiederkehrender Erlebnismuster – aber kein empirisch geschlossen bewiesenes Modell im Sinne heutiger neurowissenschaftlicher Standards. Ob sich tatsächlich explizite Erinnerungen an die eigene Geburt im Nervensystem speichern oder ob wir es eher mit universellen archetypischen Mustern von Enge-Kampf-Lösung zu tun haben, die sich einfach gut auf die Geburt projizieren lassen, ist unter Fachleuten umstritten. Sinnvoll genutzt wird das Modell als Landkarte, nicht als Diagnosewerkzeug.


Im AtemDialog arbeite ich mit genau diesen frühen Schichten – über Atem und Berührung, im eigenen Tempo.

Quellen

  • Stanislav Grof: Realms of the Human Unconscious (1975)
  • Stanislav Grof: The Holotropic Mind (1992)