Liberating Structures sind leicht erlernbare Mikrostrukturen, die die Zusammenarbeit und Kommunikation in Gruppen verbessern. Sie ermöglichen es, alle Beteiligten aktiv einzubeziehen und kreative Lösungen zu entwickeln. Entwickelt wurden sie von Henri Lipmanowicz und Keith McCandless, die jahrzehntelange Erfahrung aus Organisationsentwicklung und Komplexitätsforschung in 33 offene, frei nutzbare Formate destilliert haben.
Im Gegensatz zu traditionellen Methoden wie Präsentationen oder offenen Diskussionen bieten Liberating Structures eine Vielzahl von 33 praxisorientierten Ansätzen, die flexibel kombiniert werden können, um Meetings, Workshops und Entscheidungsprozesse effektiver und inklusiver zu gestalten.
Ein Beispiel macht das Prinzip greifbar – 1-2-4-All: Jede Person denkt eine Minute allein über eine Frage nach, tauscht sich dann zu zweit aus, dann zu viert, erst danach hört die ganze Gruppe die Essenzen. Zwölf Minuten, und alle haben gedacht und gesprochen – nicht nur die drei Schnellsten. Genau diese Sorte einfacher Regel meint „Mikrostruktur”.
Zu meiner eigenen Praxis stehen sie in einem reizvollen Kontrast: Wo der offene Kreis bewusst auf Programm verzichtet, geben Mikrostrukturen ein Minimum an Form vor – und entlasten damit genau die Gruppen, die Stille und Formlosigkeit (noch) nicht tragen. Beides sind Werkzeuge, keine Weltanschauungen.
Quellen & Weiterführendes
- Henri Lipmanowicz, Keith McCandless: The Surprising Power of Liberating Structures, 2014.
- liberatingstructures.com – offizielle Website mit allen 33 Strukturen und Anleitungen (englisch).
- liberatingstructures.de – Menü aller Strukturen – deutschsprachige Übersicht.
- liberating-structures-buch.de – Begleitseite zur deutschen Buchausgabe.